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Kooperation Kindergärten

Kooperation Kindergarten – Schule

an der Grundschule  Berching

 

 Kiga 01

 

Die Zusammenarbeit und den Übergang von Kindergarten und Schule im Interesse der Kinder zu verbessern ist der Grundschule Berching schon seit vielen Jahren ein Anliegen. Doch der Weg zu einer Kooperation wie wir sie heute praktizieren, war ein langer, mit vielen kleinen Schritten.

 

Zum Einzugsgebiet der Grundschule Berching gehören fünf Kindergärten.

Abt Maurus-Kindergarten, Plankstetten

Kindergarten St. Marien, Berching 

Kindergarten St. Josef, Berching     

Kindergarten St. Georg, Pollanten

Kindergarten St. Reymotus , Holnstein

 

Vereinzelt besuchen Vorschulkinder auch einen Kindergarten in der Nachbargemeinde (Mühlhausen), die SVE (Schulvorbereitende Einrichtung in Beilngries)  oder den Montessori-Kindergarten (Dürn). In den letzten beiden Jahren gab es keine Familie mehr, deren Kinder nicht in einem Kindergarten waren.

 

Schnittstelle Kiga – Schule als Risiko

à Es ist erwiesen, dass Schnittstellen im Leben schwierig, ja sogar krisenhaft sein können. Deshalb ist eine vernünftige Kooperation Kiga – Schule zur Entschärfung der Schnittstelle beim Übergang in die Schule notwendig.

 

Die Lehrerinnen und Lehrer der Schuleingangsstufe und die Erzieherinnen der Kindergärten lernten im Lauf der Jahre allmählich über den eigenen Tellerrand zu schauen, Vorurteile und Ängste abzubauen und das verbindende gemeinsame Interesse am Wohlergehen der Kinder als Antrieb für gemeinsames Handeln zu sehen.

 

 

Bemühungen und Maßnahmen der Kooperation

 

  1. 1.     Gemeinsame Sitzungen / Besprechungen

 

à Steigerung gegenseitigen Verständnisses

In regelmäßigen Besprechungen (meistens in der Schule, vereinzelt auch in einem der Kindergärten) informierten sich Erzieherinnen und Lehrerinnen über die jeweils andere Institution, über Leitbilder, ministerielle Vorgaben wie Bildungsplan und Lehrplan, über Ziele, Aufgaben und die vielen kleinen Hindernisse, Probleme und Grenzen im Alltag der jeweiligen Einrichtung.

 

Durch die Kommunikation untereinander unter Einbeziehung der Schulleitung entwickelte sich allmählich mehr gegenseitiges Verständnis und ein vertrauensvoller und offener Umgang miteinander auf gleicher Augenhöhe.

 

 

à Sinnvolle Rückkoppelung

Bei den gemeinsamen Besprechungen Kiga-Schule gibt es sehr lebhafte Gespräche zwischen Erzieherinnen und Lehrerinnen. Die Erzieherinnen haben sehr großes Interesse am Wohlergehen ihrer ehemaligen Schützlinge im ersten Schuljahr. Die Erzieherinnen erhalten eine sinnvolle Rückmeldung hinsichtlich der eigenen Einschätzung, die Lehrkräfte weitere gewinnbringende Informationen zur bestmöglichen Förderung.     

 

  1. 2.     Intensivierung der sprachlichen Förderung im Vorschulalter seit 2007/08

 

2.1   Förderbedarf nach Bielefelder bzw. Marburger – Sprachscreening

Als übernehmende Institution sehen die Lehrerinnen Stärken der Kinder, die durch die Arbeit im Kindergarten entwickelt bzw. gefördert wurden, aber auch Schwächen der Schulneulinge, die weitgehend mit der veränderten Kindheit in den Familien zu tun haben und die wegen ihrer herausragenden Bedeutung beim Schriftspracherwerb sehr problematisch sein können.

 

Es sind vor allem sprachliche Defizite, die sich in Begriffsarmut, mangelnder phonologischer Bewusstheit, falscher Artikulation oder in schlechtem Sprachverständnis zeigen.

 

Nachdem die Erzieherinnen Einblick in den Schriftspracherwerb im ersten Schuljahr gewonnen hatten,  wurde in den einzelnen Kindergärten bewusster auf die sprachliche Förderung der Kinder geachtet. Auf der Grundlage des ‚Bielefelder-’ oder ‚Marburger-Screenings’ werden heute alle Vorschulkinder überprüft und diejenigen mit besonderem Förderbedarf zusätzlich gefördert. Der Lernzuwachs wird nach ca. vier bis fünf Monaten Förderarbeit erneut evaluiert.

 

2.2   Einführung des DAZ-Vorkurses 240 (Deutsch als Zweitsprache)

Vorschulkinder mit Migrationshintergrund erhalten in Zusammenarbeit von Kiga und Schule die vorgeschriebene intensive Sprachförderung im ‚Vorkurs 240’. Der Bedarf wird von der Schule durch Anfrage in den Kindergärten ermittelt. Im Schuljahr 2007/08 wurde auf Initiative der Schule erstmals ein ‚Vorkurs 160’ eingerichtet, in den zusätzlich einige Kinder aufgenommen werden konnten, die keine Migrationserfahrung hatten, aber wegen eines besonderen Förderbedarfs im Teilleistungsbereich „Sprache“ einen erschwerten Schulstart vermuten ließen. Die betreffenden Kinder aus den verschiedenen Kindergärten wurden damals einmal wöchentlich in einer Doppelstunde unterrichtet.

Im aktuellen Schuljahr 2013/14 läuft ein Vorkurs mit 9 Teilnehmern aus 2 Kindergärten zweimal wöchentlich.

 

  1. 3.     Gemeinsame Fortbildungen zur Ausweitung der Kompetenzen in Schule und Kindergarten

 

Kiga 02 

 

 

3.1  Life Kinetik

Die erste gemeinsame Fobi – Maßnahme fand an einem Nachmittag im Oktober 2010 statt mit allein 20 Teilnehmerinnen aus den fünf Kindergärten.

Eine Life Kinetik Trainerin vermittelte in einem Workshop mit viel Spaß beim Ausprobieren einen Eindruck von diesem Gehirnentfaltungstraining durch Bewegung, das in den letzten Jahren im Spitzensport, in Hochschulen und in Kindergärten für Aufsehen gesorgt hat.

 

3.2  Das linkshändige Kind

Wenige Monate später fuhren an einem Samstag Lehrerinnen und Erzieherinnen gemeinsam nach Regensburg. Auf Anregung einer Erzieherin besuchten sie eine ganztägige Fortbildung über das linkshändige Kind in der therapeutischen Praxis der  Linkshänderbera-terin  Maria Lutz (Motopädagogin, Physiotherapeutin).

 

3.3  Möglichkeiten ergotherapeutischer Förderung mit schulischer Relevanz    

Die ortsansässige Ergotherapeutin kam im vergangenen Schuljahr zu einer nachmittäglichen Fortbildung in die Schule, um über die Möglichkeiten ihres therapeutischen Bereiches zu informieren. Auch dieses Thema stieß auf eine außergewöhnlich große Resonanz in Kindergärten und Schule.  

 

3.4  Diagnostische und therapeutische Arbeit der Frühförderung durch Frau Oettl in den Berchinger Kindergärten

Nur für die Lehrerinnen der Schuleingangsstufe (1. und 2. Jgst.) fand im Januar 2012 eine Fortbildung mit Frau Oettl statt. Sie informierte über ihre Tätigkeit, die Testinhalte, die von ihr geprüft werden, die Ziele, die sie verfolgt, aber auch über die Freiwilligkeit dieses Angebots im Kiga.

 

3.5  Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen

Im  Oktober 2012 fand ein Fortbildungsnachmittag zum Thema  „Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen und die Folgen für die Sprache“ statt. Als Referentinnen informierten die beiden Logopädinnen Hella Wolf & Eva Ambrosius über diesen Themenkomplex.

 

Bereits geplante Fortbildungen

 

3.6  Gestörtes beidäugiges Sehen

Herr Dr. Romstöck, Augenarzt aus Altdorf, wird noch in diesem Schuljahr in einer nachmittäglichen Fortbildung über visuelle Wahrnehmungsstörungen bei Kindern und die sog. Winkelfehlsichtigkeit berichten.

 

  1. 4.     Einbeziehung der Erzieherinnen beim Übertritt in die Schule

 

Zu Beginn eines neuen Kalenderjahres treffen sich die Lehrer/innen der Schuleingangsstufe mit den Erzieherinnen um im Vorfeld der Einschulung deren Modalitäten vorzustellen und zu besprechen:

 

4.1  Elternabende zur Einschulung

Lehrer/innen und Schulleiter gehen zu Elternabenden in die Kindergärten oder laden in die Schule ein.

In den letzten beiden Jahren holten wir zu den Einschulungs – Elternabenden mit Frau Petra Hadam eine  kompetente Expertin. Als Leiterin einer Praxis für ganzheitliche frühkindliche Förderung und Lernintegration (mit Mitarbeitern aus den Bereichen Ergotherapie, Logopädie, Motopädagigik, Heilpädagogik usw.) beleuchtete sie professionell mit viel Erfahrungswissen die Bedingungen eines guten Schulstarts. Zur Einschulung im aktuellen Schuljahr wurden für die Eltern drei Workshops mit folegenden Themen angeboten:

„Wie lernt mein Kind lesen?“

„Wie lernt mein Kind rechnen?“

„Warum sind soziale Kompetenzen für die Schule so wichtig?“

 

4.2  Screening zur Einschulung               

Die Erzieherinnen sind beim  „Schule- oder Kennenlernspiel“ anlässlich der Schulanmeldung  dabei und geben dadurch den Vorschulkindern ihrer Gruppe ein wenig mehr Sicherheit.

 

Sie unterstützen die Lehrerinnen bei der Beobachtung der Vierergruppe.  

            

Sie ergänzen im anschließenden Gespräch die Beobachtungen durch ihre Langzeiterfahrungen. So ergibt sich abschließend eine solidere Beurteilung der Schulfähigkeit und eine gute Basis für  das anschließende Elterngespräch mit möglichen Empfehlungen zur Weiterarbeit.

 

4.3  Flyer zur Einschulung

Zum Schuljahr 2012/13 wurde ein Flyer zur Einschulung erstellt, der alle wichtigen Informationen für die Eltern kurz und bündig zusammenfasst. Der Flyer steht auf der Homepage der Schule unter Downloads zur Verfügung.

 

 

  1. 5.     Schulbesuche der Vorschulkinder

 

5.1  Obligatorische Schnupperstunde

Die Vorschulkinder besuchen die Schule (in Berching oder Holnstein), werden von Schülern der jeweiligen ersten oder zweiten Klasse mit einem Lied begrüßt und von ihnen unter ihre Fittiche genommen. Sie lernen bei einem Rundkurs durch das Haus die Schule kennen, probieren sich in der großen Turnhalle aus und haben ihre erste Schulpause. Anschließend  erleben Sie eine erste Unterrichtsstunde.

Bis zum letzten Schuljahr fand dieser Schulbesuch erst im Mai/Juni statt. Auf Anregung aus dem Kiga haben wir heuer den Schulbesuch kurz vor der Schuleinschreibung terminiert, damit der Tag der Schulanmeldung weniger durch Angst besetzt ist.

 

 

5.2  Weitere Besuche von Erzieherinnen / Vorschulkindern in der Schule

In diesem Schuljahr boten wir folgende Möglichkeiten zum Besuch der Schule:

  • Im Dezember spielte die Klasse 1b ihr Weihnachtsspiel für einen Kindergarten.    
  • Im Februar durften alle Vorschulkinder zum Turnen kommen. Unsere Turnhalle bot ihnen einen Abenteuerspielplatz mit vielen Stationen.                   
  • Im März luden wir die Vorschulkinder zur „MINIPHÄNOMENTA“ in die Schule ein. Sie durften wie die Grundschüler an über 50 Stationen Experimente aus Naturwissenschaft und Technik ausprobieren (Diese Stationen werden für die Schule teilweise nachgebaut und stehen dann auch den Kindergärten immer wieder zur Verfügung).

 

  1. 6.     Besuche von Lehrern / Schülern im Kindergarten

 

Im Sommer besuchen Erstklasslehrer oft mit ihren Schülern einen Kindergarten (z.B. beim Wandertag) um den Kontakt zu den Schulanfängern zu fördern. Die Schulkinder lesen den Kleinen vor, spielen mit ihnen etc..

 

Die künftigen Schulanfänger werden vor den Sommerferien mit einem Schlaffest vom Kindergarten verabschiedet. Vor dem Einschlafen kommt möglicherweise eine Lehrerin als Überraschungsgast zum Vorlesen einer Geschichte.

In den Ferien bekommen die Kinder schließlich einen Brief von der künftigen Lehrerin, der Vorfreude auf den Schulbeginn aufkommen lässt.  

 

Im September verabreden sich Lehrerin und Erzieherinnen noch vor Schulbeginn zu einem Gespräch (bei Einverständnis der Eltern) über die einzelnen Kinder der neuen Klasse und deren Besonderheit. So können sie besser verstanden und schneller dort abgeholt werden, wo sie stehen.

 

In den ersten Monaten nach der Einschulung wird bei einem Problem im Einzelfall die Möglichkeit genutzt, sich mit der Erzieherin über ein Kind auszutauschen.

 

Die Erzieherinnen sind eingeladen, jederzeit im Unterricht einer ersten Klasse zu hospitieren. Im Schuljahr 2012/13 besuchten Erzeherinnen aus allen Kindergärten den Unterricht in der 1. Jahrgangsstufe einer Kooperationsklasse.

 

7. Projekt „Fit für die Schule“ seit Frühjahr 2010

 

Bereits zum dritten Mal startete im Mai 2012 der Kurs „Fit für die Schule“ mit der ortsansässigen Ergotherapeutin. Sie besucht bis zum Ende des Kindergartenjahres (insgesamt 8 Einheiten) einmal wöchentlich die Vorschulkinder in den verschiedenen Kindergärten und arbeitet in spielerischer Form mit den Kindern. Dabei geht es um Muskelspannung und Entspannung, Körperwahrnehmung und Körpergefühl, Überkreuzung der Körpermitte, Lateralität, Feinmotorik, Regeln und Zeitgefühl.  Die Erzieherinnen sind als Beobachter dabei. Sie profitieren dadurch auch für die eigene Arbeit im Kindergarten. Bei Auffälligkeiten gibt es in Gesprächen mit Erzieherinnen bzw. Eltern Anregungen für die Weiterarbeit.

Der Kurs endet im Oktober mit den letzten beiden Stunden, wenn die Kinder schon eingeschult sind.

 

Dieses Projekt ist ein großer Erfolg. Eltern, Erzieherinnen und Lehrer finden es sehr gut. Es wird vom Förderverein der Schule finanziert.

 

 

8. Ausblick

 

Viele der Aktivitäten zwischen den beiden Institutionen sind vom zusätzlichen freiwilligen Engagement der Beteiligten abhängig und die im Schuljahr 2013/14 neu zugeteilte Kooperationsstunde soll dazu genutzt werden, um die Zusammenarbeit mit den Kindergärten weiter zu intensivieren.